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Marcin Zaremba: Die Große Angst.
Polen 1944–1947: Leben im Ausnahmezustand

Die Große Angst Titel

 

 

Marcin Zaremba

Paderborn 2016
629 Seiten
ISBN: 978-3-506-78093-5

 

 

 

 

Rotarmisten, bestechliche Milizionäre, Deserteure, Banditen, Hunderttausende Kriegsversehrte, Waisen und Bettler. Sie prägten das Bild Nachkriegspolens. Marcin Zaremba nimmt den Leser mit auf die schockierende Reise in eine Zeit, die aus der Erinnerung nicht nur der Polen verschwunden ist – in ein durch den Krieg entvölkertes Land der Angst, Armut und Unsicherheit. Die Große Angst ist die Geschichte der ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, bar aller Mythen und Legenden.

Der Autor zeigt eine zerstörte Gesellschaft, in der Überfälle, Vergewaltigungen und Plünderungen an der Tagesordnung waren und in der es wieder zu Pogromen gegen Juden kam. Eine unsichere Zukunft brachte die von fünf Jahren Besatzung geplagten Menschen um den Schlaf. Gibt es einen neuen Krieg? Schaffe ich es, Hunger und Epidemien zu überstehen? Finde ich ein Heim und Arbeit in diesem Land, das nicht einmal feste Grenzen besitzt? Fragen wie diese stellten sich Millionen.

Die Große Angst ist nicht nur ein bahnbrechendes wissenschaftliches Werk über Gewaltgeschichte und Besatzungserfahrung, sondern auch die faszinierende Erzählung eines Historikers und Publizisten, dessen Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen wie Polityka, Gazeta Wyborcza und Rzeczpospolita zu lesen sind.

www.schoeningh.de

Der Polnische Film.
Von seinen Anfängen bis zur Gegenwart

 

Konrad Kejsa, Schamma Schahadat, Margarete Wach (Hg.)
unter Mitarbeit von Christian Nastal

Marburg 2012
562 Seiten
ISBN 978-3-89472-748-2

 

 

 

 

Polnische Filmemacher haben seit jeher im europäischen Film eine wichtige Rolle gespielt – seien es Regisseure (Kieślowski, Polański, Wajda), Kameraleute (Idziak, Kłosiński, Sobociński), Filmmusikkomponisten (Kilar) oder Schauspieler (Janda, Olbrychski).

Diese Geschichte des polnischen Films orientiert sich an wichtigen gesellschaftlich-politischen Zäsuren in Europa (1945; 1968; 1989; nach 1989). Nach einem Überblick über die historisch-politischen Konstellationen, die institutionellen und technischen Voraussetzungen der Filmproduktion sowie über die ästhetischen und thematischen Tendenzen im polnischen Film der jeweiligen Zeit werden Schlüsselfilme analysiert. Dabei stehen Fragen nach ästhetischen, nationale und geschlechterspezifische Diskursen der jeweiligen Epoche im Vordergrund. Ergänzende Kapitel beleuchten die Entwicklungen und Tendenzen des Dokumentarfilms sowie des Experimental- und Animationsfilms.

Das Buch soll einen integrierenden Überblick über mehr als 100 Jahre polnischer Filmgeschichte liefern und gleichzeitig durch die thematische Verknüpfung mit aktuellen Diskursen weitere Forschungsprojekte initiieren. Dabei wird viel Wert darauf gelegt, die Filmgeschichte sowohl für ein Fachpublikum als auch für ein filminteressiertes Laienpublikum gleichermaßen spannend aufzubereiten.

www.schueren-verlag.de

Ein Projekt des Slavischen Seminars der Eberhard Karl Universität Tübingen.
www.slavistik.uni-tuebingen.de